Mach nicht so viel Müll!

Wer heute einkaufen geht, kennt das: Alles, was man braucht (oder zu brauchen scheint), ist in irgendeiner Weise eingepackt, eingewickelt, verschweißt. Und an der Kasse legt die freundliche Kassiererin möglicherweise gleich noch eine Plastiktüte dazu, damit man den Einkauf nach Hause transportieren kann. Dort angekommen fliegt dann all der Verpackungsmüll in die Tonne. Über 460 Kilogramm Haushaltsabfälle produziert jeder Deutsche laut Statistischem Bundesamt auf diese Weise. Tendenz steigend.


Natürlich gibt es gerade in Deutschland viele Formen des Recyclings und nicht alles, was wir wegwerfen, ist gleich problematisch. Dennoch ist der beste Müll der, der gar nicht erst anfällt. Die Zero-Waste-Bewegung findet daher immer mehr Anhänger. Doch „Null Abfall“ – geht das überhaupt?

Nun, es fängt bereits im Kleinen an. Weniger oder keine Plastikbeutel beispielsweise. An der Supermarktkasse lieber seinen eigenen mitgebrachten Textilbeutel zücken, anstatt eine Plastiktüte zu kaufen. Spart Müll und sofort auch eigenes Geld. Das geht übrigens auch im Urlaub in fremden Ländern, wo man unter Umständen viel schneller und auch noch gratis zu jedem kleinen Einkauf eine Tüte auf den Tresen gelegt bekommt. Das „no, thanks“ akzeptiert man auch dort. Der Autor dieser Zeilen hat das gerade erst auf Kreta praktiziert – und nicht selten den Sinn dahinter erklärt.

Beim Einkaufen selbst gibt es ebenfalls Möglichkeiten, Müll zu vermeiden. Obst und Gemüse beispielsweise muss nicht in Plastik verpackt sein, oft gibt es dies auch einzeln. Inzwischen existieren in vielen Städten so genannte Unverpackt-Läden – die Gesetzgebung erlaubt glücklicherweise mittlerweile diese Form des Einkaufs, bei der man etwa Cornflakes in selbst mitgebrachte Behälter abfüllen kann. Wie das funktioniert, erklärt Anja Minhorst auf der FAIR FRIENDS. Die ausgebildete Diätassistentin und Diplom-Biologin hat viel Erfahrung auf dem Gebiet. In Münster betreibt sie seit 2015 selbst einen Laden namens natürlich unverpackt. Am 3. September erklärt sie von 15.30 Uhr bis 16 Uhr auf der Bühne in Halle 3B, wie der verpackungsfreie Einkauf funktioniert und wie ökologisch so ein Laden wirklich sein kann.

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Ebenfalls auf Zero Waste eingeschworen hat sich die 23-jährige Mode-Textil-Designerin Laura Schlütz von der Uni Paderborn. Sie legt ihren Schwerpunkt auf nachhaltige Designstrategien. Ihr aktuelle Kollektion unter dem Titel „Nothing but Black“ entsteht ohne Schnittabfälle. Sicher, ein kleiner Schritt – aber groß gedacht für die Textilindustrie wäre das sicher ein Weg aus dem Müll-Wahnsinn. Laura erlebt Ihr ebenfalls am Messe-Samstag auf der Bühne in Halle 3B. Ab 14 Uhr steht sie hier Rede und Antwort. Außerdem könnt Ihr sie an ihrem Stand 3B.B02 besuchen.

Sehr konsequent leben Shia Su und ihr Mann Hanno die Zero-Waste-Bewegung aus. Seit fast zwei Jahren leben sie annähernd müllfrei. Das muss nichts mit Verzicht zu tun haben, sind sie überzeugt, sondern mache das Leben viel angenehmer. Der gesamte Plastik- und Restmüll eines ganzen Jahres von beiden zusammen passt in ein 750-Milliliter-Glas. Shia Su bloggt über dieses neue Lebensmodell und hat auch ein Buch dazu veröffentlicht. Und jetzt schließt sich sogar der Kreis, denn Shia hat kürzlich über den Unverpackt-Laden von Anja Minhorst gebloggt.

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Shia Su erzählt Euch während der FAIR FRIENDS am Messe-Samstag, den 3. September von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr auf der Bühne in Halle 3B aus ihrem Null-Müll-Leben.

Und zuletzt noch ein Tipp: Auch Upcycling hat etwas mit Müllvermeidung zu tun. Wir freuen uns, dass wir Thomas Zighan, Gründer des Upcycling-Unternehmens „Tanz auf Ruinen“ für einen Upcycling-Workshop gewinnen konnten. Die Re- und Upcycling-Area findet Ihr ebenfalls in Halle 3B.

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