„Unabhängige Kontrolle ist wichtig“

Bei der FAIR FRIENDS ist auch der TransFair e.V. dabei, besser bekannt unter Fairtrade Deutschland. Der Verein hat 25 Jahre Erfahrung im Fairen Handel und ist eine unabhängige Initiative zur Förderung des fairen Handels. Der Verein mobilisiert gegen Handelsungerechtigkeit und schließt Lizenzverträge mit Handelspartnern ab, die nach Fairtrade-Standards gehandelte Produkte anbieten. Wir sprachen mit Maren Sartory, stellvertretende Leiterin Kommunikation, Politik und Kampagnen.

Frage: Frau Sartory, wie geht es denn dem Fairen Handel in Deutschland?
Maren Sartory: Wir verzeichnen jährlich bessere Absatzzahlen, aber es gibt noch viel Luft nach oben.

Das heißt, die Akzeptanz ist grundsätzlich gestiegen?
Ja, Fair Trade wird mehr und mehr akzeptiert, auch das Wissen bei den Verbrauchern ist gestiegen.

Was hindert denn Ihrer Meinung nach noch den Absatz? Ist es die Schnäppchen-Mentalität?
Auf jeden Fall. Was jedoch hilft, die ist zunehmende Verbreitung von Fair Trade Produkten bei den Discountern. Diese schaffen es, die Produkte zu guten Preisen in den Massenmarkt zu bringen.

Der Begriff Fair Trade ist nicht geschützt, neben dem Siegel von Fairtrade Deutschland gibt es noch weitere Siegel. Wie erkenne ich denn, ob das Siegel hält, was es verspricht?
Die Menge an Nachhaltigkeitssiegeln ist wirklich problematisch. Man sollte darauf achten, dass es eine unabhängige Kontrolle gibt, so wie bei Fairtrade Deutschland. Im Bereich der Textilien ist es noch etwas schwieriger als etwa bei Kaffee oder Bananen. Darum ist stetige Information wichtig, weshalb wir auch auf der FAIR FRIENDS vertreten sind.

Damit sind wir bei der nächsten Frage: Was bedeutet die FAIR FRIENDS für Transfair?
Die FAIR FRIENDS ist eine wichtige Messe, an der wir unsere Zielgruppe treffen, egal ob schon vom Fairen Handel überzeugt oder erst mal nur interessiert. Wir wollen hier einen Überblick geben, welche Produkte und Produktgruppen bereits fair erzeugt und gehandelt zu haben sind.

Worauf dürfen wir uns noch freuen?
Wir wollen vor allem ins Gespräch kommen, es gibt aber auch Kleinigkeiten zu gewinnen. Und wir wollen bereits voraus blicken auf den Fairtrade Coffee Day. Vom 4. bis zum 29. September wollen wir 50.000 Unterschriften sammeln, um die Bundesregierung aufzufordern, die Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee abzuschaffen und so den nachhaltigen Konsum zu fördern. Dafür wollen wir auch auf der FAIR FRIENDS werben.

Das klingt interessant, wir freuen uns darauf. Danke für das Gespräch!

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