„Handel sollte grundsätzlich fair sein“

In einer Woche beginnt sie, die FAIR Trade & Friends. Die Messe rund um Nachhaltigkeit und Fairen Handel positioniert sich in diesem Jahr erstmals mit einem erweiterten Angebot. Über die Vorbereitungen sprachen wir mit Projektleiterin Dr. Inge Scholz. Seit April steht sie dem Projektteam der FAIR Trade & Friends vor, war vorher unter anderem bei der Gepa in Controlling tätig. „Fair“ ist für sie nicht nur Arbeit, sondern eine Herzensangelegenheit, wie sie selbst sagt.

Frau Scholz, wie lange planen Sie schon an der diesjährigen Ausgabe der FAIR Trade & Friends?
Grundsätzlich ist die Idee bereits aus 2012, die Umsetzung ist aber mit sehr viel Elan erst Anfang diesen Jahres gestartet. Die Messe lief ja bereits unter dem Motto FA!R. Die Steuerungsgruppe wollte die Messe ausbauen, in diesem Zuge wurde ich als Projektdirektorin gewonnen.

Die Messe steht kurz bevor. Was ist jetzt noch zu tun?
Das sind in erster Linie vor allem technische Fragen der Aussteller. Wo kommt welche Lampe hin, wo ist eine Zufahrt, was ist zu beachten? Kurz: reinste Organisationstätigkeiten. Da wir neue Rekordzahlen verzeichnen und ausverkauft sind, prasseln derzeit natürlich ganz viele solcher Aussteller-Anfragen auf uns ein. Aber wir schaffen das.

Und nach der Messe ist dann vor der Messe?
Auf jeden Fall. Wir freuen uns über die konstruktive Kritik der Aussteller, um unsere Ideen auf eine noch bessere konzeptionelle Struktur zu bringen. Insofern planen wir bereits jetzt an der Neuauflage in 2014.

In diesem Jahr findet die FAIR zum ersten Mal mit dem Zusatz „& Friends“ statt. Warum diese Ausweitung und was bedeutet sie?
Das klassische Faire Handel hat eine Eisbrecherfunktion. Er erreicht immer nur eine spezielle Art von Klientel und noch nicht alle Zielgruppen. Aus diesem Grund haben wir die Messe erweitert, etwa um die Themen Recycling, Upcycling, gemeinschaftlicher Konsum, Carsharing, Kleidertausch. Das sind die „Friends“, die dem großen Thema Fairer Handel zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen.

Wenn Sie die Messe mit zwei, drei Sätzen zusammenfassen müssten, was würden Sie sagen?
Die Messe zeigt den Markt, hohes Ernährungsbewusstsein und Wunsch nach Transparenz im Einkauf. Einkaufen kann die Welt verändern. Bei „Fair“ geht es auch um die Kreislaufwirtschaft: Schmeißt es nicht weg, denn es gibt kein weg.

Worauf freuen Sie sich persönlich besonders?
Auf die große Vielfalt aus kleinen und großen Ausstellern und ein gutes Networking.

Was würden Sie sich für den Fairen Handel wünschen?
Dass er boomt und dass er selbstverständlich wird. Handel sollte grundsätzlich fair sein.

Hat Fairer Handel unbedingt immer etwas mit teuer zu tun?
Nicht zwingend. Wenn ein Kakaobauer für seine Bohnen 28 Cent mehr bekommt pro Kilo, dann macht das die Schokolade nicht unbedingt teurer. Aufwändig und manchmal teuer ist aber die ganze Arbeit rings um das Produkt. Kritisch zu hinterfragen ist also immer: Ist es wirklich das Produkt oder die ganze Wertschöpfungskette dahinter, etwa die Lizenzierung, die ein faires Produkt am Ende teurer erscheinen lässt als ein herkömmliches.

Wir danken für das Gespräch.

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